Wissen 5 Min. Lesezeit

Emotionsregulation bei Kindern: Was Kinder brauchen, wenn Gefühle groß werden

Emotionsregulation bei Kindern: Was Kinder brauchen, wenn Gefühle groß werden

Kinder fühlen oft sehr intensiv. Wut, Angst, Traurigkeit oder Scham können plötzlich sehr groß werden – und für Erwachsene wirkt die Reaktion manchmal stärker, als der Auslöser vermuten lässt.

Die Bachelorarbeit „Emotionsregulation im Kindesalter und die Förderung durch Emotionsarbeit: Eine theoretische Analyse mit Bezug zum Flümer-Konzept“ von Lorena Volm beschäftigt sich genau mit dieser Frage: Wie lernen Kinder, mit Gefühlen umzugehen – und wie kann Emotionsarbeit sie dabei unterstützen? Die Arbeit wurde 2026 an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Stuttgart im Studiengang Sozialwesen eingereicht.

Für uns ist diese Arbeit besonders wertvoll, weil Lorena das Flümer®-Konzept nicht einfach beschreibt, sondern es ausführlich in bestehende Theorien zur emotionalen Entwicklung einordnet und dabei auch Grenzen offen benennt.

Kinder müssen Emotionsregulation erst lernen

Die Fähigkeit, Gefühle wahrzunehmen, zu verstehen und zu regulieren, entwickelt sich Schritt für Schritt. Kleine Kinder sind zunächst stark auf Erwachsene angewiesen. Erst mit der Zeit lernen sie, Gefühle zu benennen, Auslöser zu erkennen und eigene Strategien im Umgang damit zu entwickeln.

Das bedeutet: Ein Kind, das sich in einem starken Gefühl noch nicht selbst beruhigen kann, ist nicht einfach „unbeherrscht“. Es befindet sich mitten in einem Lernprozess.

Beziehung spielt dabei eine zentrale Rolle

Ein wichtiger Punkt der Arbeit ist die Ko-Regulation. Kinder lernen den Umgang mit Gefühlen zunächst gemeinsam mit vertrauten Erwachsenen.

Wenn Bezugspersonen emotionale Signale wahrnehmen, Gefühle benennen und in schwierigen Momenten begleiten, unterstützt das Kinder dabei, ihr eigenes emotionales Erleben nach und nach besser zu verstehen und zu regulieren.

Auch Gespräche über Gefühle sind wichtig. Kinder, mit denen regelmäßig über Emotionen, ihre Ursachen und ihre Bedeutung gesprochen wird, entwickeln ein differenzierteres Emotionsverständnis.

Und wo kommen die Flümer ins Spiel?

Genau an dieser Stelle setzt das Flümer®-Konzept an.

Lorena Volm beschreibt die Flümer als einen bildhaften und kindgerechten Zugang zu Gefühlen. Durch Figuren, Geschichten und Sprache werden innere Zustände sichtbar und leichter besprechbar.

In ihrer theoretischen Einordnung zeigt sie mehrere Verbindungen zu bestehenden Ansätzen der Emotionsforschung: Gefühle werden symbolisch dargestellt, sprachlich geordnet und in Gesprächen gemeinsam betrachtet. Die Verbindung mit inneren Bildern und Körperempfindungen kann Kindern helfen, Gefühle wahrzunehmen, zu benennen und besser einzuordnen.

Ein Gedanke daraus passt besonders gut zu unserer Arbeit:

Wenn etwas Inneres eine Form bekommt, kann man leichter darüber sprechen.

Die Figuren allein sind nicht die Methode

Die Arbeit macht gleichzeitig etwas Wichtiges deutlich: Die Flümer wirken nicht einfach dadurch, dass ein Kind eine Figur oder Karte bekommt.

Entscheidend ist die Begleitung durch Erwachsene.

Volm beschreibt das Konzept als mögliche Ergänzung einer beziehungsorientierten Emotionsarbeit. Für eine verantwortungsvolle Anwendung braucht es Wissen über emotionale Entwicklung, Selbstreflexion und einen sensiblen Umgang mit Kindern.

Gerade für Fachkräfte ist dieser Punkt wichtig: Die Flümer ersetzen keine pädagogische oder psychologische Ausbildung und auch keine therapeutische Behandlung.

Ist damit die Wirkung der Flümer wissenschaftlich bewiesen?

Nein.

Die Bachelorarbeit ist eine theoretische Analyse, keine Wirksamkeitsstudie. Lorena Volm weist ausdrücklich darauf hin, dass bislang keine systematischen Evaluationsstudien vorliegen, die die Wirkung des Flümer®-Konzepts empirisch belegen.

Was die Arbeit aber zeigt, ist für uns trotzdem sehr wertvoll:

Das Flümer®-Konzept lässt sich sinnvoll an bestehende Erkenntnisse zu Emotionswissen, Ko-Regulation, Selbstwirksamkeit und emotionaler Entwicklung anschließen. Volm ordnet es als kindgerechtes, praxisnahes Instrument zur Unterstützung emotionaler Lernprozesse ein.

Danke, Lorena

Wir möchten Lorena Volm ganz herzlich für diese Arbeit danken. Sie hat sich intensiv mit Emotionsregulation, Emotionsarbeit und dem Flümer®-Konzept auseinandergesetzt, viele unterschiedliche Perspektiven zusammengeführt und dabei auch kritisch hingeschaut. Genau diese differenzierte Betrachtung macht ihre Arbeit für uns so wertvoll. Ihre Bachelorarbeit wurde mit der Note 1 bewertet.

Die Bachelorarbeit zum Nachlesen

Du möchtest tiefer in das Thema einsteigen? Mit freundlicher Genehmigung von Lorena Volm stellen wir ihre vollständige Bachelorarbeit hier zum Nachlesen zur Verfügung:

„Emotionsregulation im Kindesalter und die Förderung durch Emotionsarbeit: Eine theoretische Analyse mit Bezug zum Flümer-Konzept“
Lorena Volm, 2026
Duale Hochschule Baden-Württemberg Stuttgart

Bachelorarbeit von Lorena Volm als PDF lesen

Häufige Fragen zu Emotionsregulation bei Kindern

Was bedeutet Emotionsregulation bei Kindern?

Emotionsregulation beschreibt die Fähigkeit, Gefühle wahrzunehmen, zu verstehen und mit ihnen umzugehen. Kinder bringen diese Fähigkeit nicht von Anfang an mit: Sie entwickelt sich schrittweise und zunächst gemeinsam mit vertrauten Erwachsenen.

Ab wann können Kinder ihre Gefühle selbst regulieren?

Dafür gibt es keinen festen Zeitpunkt, sondern einen längeren Entwicklungsprozess. Kleine Kinder sind stark auf die Unterstützung Erwachsener angewiesen. Erst nach und nach lernen sie, Gefühle zu benennen, Auslöser zu erkennen und eigene Strategien zu entwickeln. Ein Kind, das sich in einem starken Gefühl noch nicht selbst beruhigen kann, ist deshalb nicht „unbeherrscht“ – es steckt mitten im Lernprozess.

Was ist Ko-Regulation?

Ko-Regulation bedeutet, dass ein Kind den Umgang mit Gefühlen zuerst gemeinsam mit einer vertrauten Bezugsperson lernt. Wenn Erwachsene emotionale Signale wahrnehmen, Gefühle benennen und in schwierigen Momenten begleiten, hilft das dem Kind, sein eigenes Erleben besser zu verstehen und mit der Zeit selbst zu regulieren.

Was ist das Flümer®-Konzept?

Das Flümer®-Konzept ist ein bildhafter, kindgerechter Zugang zu Gefühlen. Über Figuren, Geschichten und Sprache bekommen innere Zustände eine Form – dadurch werden sie sichtbar und lassen sich leichter gemeinsam besprechen. In ihrer Bachelorarbeit ordnet Lorena Volm die Flümer als mögliche Ergänzung einer beziehungsorientierten Emotionsarbeit ein.

Ist die Wirkung des Flümer®-Konzepts wissenschaftlich belegt?

Nein. Die Bachelorarbeit von Lorena Volm ist eine theoretische Analyse und keine Wirksamkeitsstudie. Bislang liegen keine systematischen Evaluationsstudien vor, die die Wirkung des Flümer®-Konzepts empirisch belegen. Die Arbeit zeigt aber, dass sich das Konzept sinnvoll an bestehende Erkenntnisse zu Emotionswissen, Ko-Regulation, Selbstwirksamkeit und emotionaler Entwicklung anschließen lässt.

Können die Flümer eine Therapie oder eine pädagogische Ausbildung ersetzen?

Nein. Die Flümer ersetzen weder eine pädagogische oder psychologische Ausbildung noch eine therapeutische Behandlung. Entscheidend ist immer die Begleitung durch Erwachsene: Für eine verantwortungsvolle Anwendung braucht es Wissen über emotionale Entwicklung, Selbstreflexion und einen sensiblen Umgang mit Kindern.

Flümer kennenlernen

Wenn du die Flümer kennenlernen möchtest, findest du hier unsere Materialien für Familien und Fachkräfte.

Flümer-Materialien für Familien und Fachkräfte entdecken

Wenn du tiefer in die Begleitung von Kindern in starken Gefühlen einsteigen möchtest, findest du hier mehr zum Flümer® Grundweg.

Mehr über den Flümer® Grundweg erfahren

Erst mal kennenlernen – kostenlos.

Lernt die Flümer in Ruhe kennen – mit einem liebevollen Einstieg für zuhause oder Impulsen für eure Einrichtung.

Für Familien

Wenn Gefühle zu groß werden

Was euer Kind wirklich braucht, wenn es wütend, traurig oder überfordert ist – ein kostenloses PDF von Nadine Dzolic.

Kommt per Mail. Abmeldung jederzeit möglich.

Für Fachkräfte

Wenn Gefühle zu groß werden

Was Kinder wirklich brauchen, wenn sie wütend, traurig oder überfordert sind – Nadines kostenloser Einstieg, auch für den Blick auf Kinder in Kita, Schule und Gruppe.

Kein Spam – nur Post von den Flümern.